Rundweg
„Berthelsdorfer Ge(h)schichten“

Feierliche Eröffnung des Rundwegs „Berthelsdorfer Ge(h)schichten“
Der Verein Dorferleben e. V. lädt die Öffentlichkeit herzlichst zur offiziellen Eröffnung des neuen Rundwegs „Berthelsdorfer Ge(h)schichten“ ein.
Die Veranstaltung findet am 2. Mai 2026 statt und beginnt um 14 Uhr mit einem feierlichen Auftakt in der Kirche zu Berthelsdorf.
Im Mittelpunkt steht die Vorstellung eines Projekts, das die Geschichte und Identität des Ortes sichtbar macht und zugleich zum Entdecken einlädt. Der Rundweg ist im Rahmen der LEADER-Förderung entstanden und verbindet historische Informationen mit ausgewählten Stationen im Dorf.
Er richtet sich an Einheimische ebenso wie an Gäste der Region und versteht sich als dauerhaftes Angebot zur lokalen Geschichtsvermittlung. Die Eröffnungsveranstaltung wird musikalisch von der Blaskapelle der FFW Berthelsdorf begleitet.
Inhaltlich spannt das Programm einen Bogen von der Idee und Entstehung des Projekts über historische Einordnungen bis hin zu Grußworten geladener Gäste aus Politik und Region.
Den Abschluss dieses Auftaktes wird das gemeinsam gesungene „Berthelsdorf-Lied“ bilden.
Im Anschluss an den Auftakt in der Kirche folgt an der Schule Berthelsdorf eine symbolische Eröffnung des Rundwegs bei Kaffee und Kuchen. Dort erhalten Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, ausgewählte Stationen kennenzulernen sowie unsere begleitenden Ausstellungen zu besuchen.
Weiterhin wird es die Möglichkeit geben, den Rundweg «sportlich» zu entdecken. Dafür können Sie sich mit Ihrem Fahrrad und Dank der Unterstützung einiger Sportfreunde auf eine Radtour entlang des Rundweges machen. Ebenso wird es das Angebot geführter Entdeckungstouren per Oldtimer-Kleinbus geben.
Bei Getränken und Bratwurst und hoffentlich zahlreichen persönlichen Begegnungen endet unsere Veranstaltung gegen 18 Uhr.
Mit dabei - Geballte Geschichte auf 164 Seiten…
Gleichzeitig wird es an diesem Wochenende die Möglichkeiten geben, ein Exemplar der gedruckten «Berthelsdorfer Ge(h)schichten» aus der nun mittlerweile 5. Auflage in der Schule zu erwerben. Somit wird es neun Jahre nach dem ersten Erscheinen dieses Bildbandes mit historischen Grusskarten und Fotografien einen letzten Nachdruck davon geben, passend zum gebührenden Anlass.
Auch am Sonnabend - Ein Baum voller Ideen
Was wünschen sich die grossen und kleinen Berthelsdorferinnen und Berthelsdorfer für ihren Ort? Jeder Wunsch darf aufgeschrieben werden….
Die Wunschkärtchen für unseren Wunschbaum wurden allesamt von Kindern gebastelt.
Einfach aufschreiben, was für Berthelsdorf alles gewünscht wird. Ideen, Gedanken oder einfach etwas, das Freude macht.
Für jeden einzelnen und für unser Dorf.
Das Projekt lädt dazu ein, Bekanntes neu zu betrachten, Zusammenhänge zu entdecken und die Entwicklung Berthelsdorfs aus verschiedenen Perspektiven nachzuvollziehen.
Dorferleben e. V. dank an dieser Stelle nochmals allen beteiligten Institutionen, dem LEADER Management der Region Kottmar sowie allen unterstützenden und engagierten Mitstreitern bei der Umsetzung dieses einmaligen Projektes.
Wir freuen uns auf zahlreiche interessierte Gäste und einen gemeinsamen Auftakt dieses neuen kulturellen Angebots in Berthelsdorf.

Einige Mitglieder arbeiteten über zwei Jahre gemeinsam mit der fachmännischen Unterstützung durch Holger Rohland an den Vorbereitungen, der Planung und Umsetzung dieses Rundweges oder Wanderweges durch unseren Ort.
Dabei wird die Idee der «Berthelsdorfer Ge(h)schichten» aufgegriffen, welche anlässlich der 700 Jahr Feier des Ortes im Jahre 2017 einen enorm regen Zuspruch in der Region erfuhren.
Es entstand dabei ein Rundweg durch unsere Gemeinde, der an verschiedensten Stationen an vergangene sowie aktuelle markante Punkte, Gebäude und Stationen erinnert.
Zugleich soll auch umgebaute oder längst abgerissene Gebäude und Objekte jüngerer Geschichte erinnert werden, die das Leben im Ort und der Region über Jahrzehnte begleitet und markiert haben, aber heute so nicht mehr zu finden sind, wie das Kino, Pauls Fabrik und viele andere.
An allen so ausgewählten Punkten im Dorf sind grossflächige, wetterfeste und bedruckte Informationstafeln aufgestellt worden.
Neben einem ausführlichen Informationstext werden auch zahlreiche historische Aufnahmen auf diesen Tafeln zu finden sein. Da selbstverständlich nicht alle Details zu den Objekten und Gebäuden auf den Tafeln Platz haben, ist jede Tafel per QR Code interaktiv mit weiteren Hintergrundinformationen aus dem Internet verknüpft.
So sind 18 Stationen im Dorf entstanden.
Wir wollen so besonders für die jüngeren Generationen einen Teil zur Erhaltung eines lebendigen Ortsgedächtnisses beitragen, aber gleichzeitig auch möglichen Touristen, Besuchern und Gästen die Geschichte unsers Dorfes näherbringen.

Der 6 km Rundweg mit seinen Stationen umfasst folgenden Stationen und enthält an seinen verschiedenen Info-Punkten neben den Informationen zum Objekt vor Ort auch einige Details zur näheren Umgebung:
Kreuzung Herrnhuter Straße / Südstraße (Sportplatz, Unitätshäuser, Lindenallee)
Neben dem 1950 in einer ehemaligen Lehm- und Sandgrube entstandenen Sportplatz ist an diesem Standort mit der 1750 angelegten Lindenallee und den 1790 errichteten Wohnhäusern der Unitätsdirektion die Verbindung des Ortes zu Herrnhut deutlich sichtbar.Mädchenheim (Rettungshaus, Spinnschule -> Kindergarten, Pauls Gut)
Mit der Einrichtung einer „Spinnschule“ und wenig später einem „Rettungshaus“ für Mädchen in der Mitte des 19. Jahrhunderts bezeugt dieser Standort frühe und bis heute andauernde Bemühungen um die Förderung von benachteiligten Menschen.Marx Fabrik (Kino, Marx Fabrik, Café Kern, Drei Linden)
Mit der Marx'schen Fabrik wird dieser Standort vom größten industriellen Unternehmen geprägt, welches je in Berthelsdorf existierte. Darüber hinaus ist mit dem Kino hier ein weit über die Grenzen des Ortes wirkendes Kulturobjekt nachzuweisen.Kreuzung Südstraße / Siedlung (Siedlung, Südstraße 1, Kleinbahn, Teich)
An dieser Stelle soll an die von 1892 bis 1945 durch den gesamten Ort rollende Schmalspurbahn Herrnhut - Bernstadt erinnert werden, welche sowohl für die Bevölkerung als auch für die ansässigen Unternehmen von großer Bedeutung war.Teichdamm (Oberer Gasthof, HAPA, Schwenckfelder-Häuser)
Besonders hervorhebenswert an diesem Standort ist neben dem später industriell genutzten Gasthof vor allem die Existenz des weltweit einzigen im Original erhaltenen Bethauses der Anhänger des schlesischen Reformators Kaspar Schwenckfeld.Spitze (Fichtelrode, Oberer Hof, Gasthof „Zur Spitze“)
Von diesem Standort gut sichtbar liegen am Ortsrand die Baulichkeiten des „Oberen Hofes“, dem über längere Zeit existierenden Herrensitz von Ober-Berthelsdorf. Mit „Fichtelrode“ ist hier außerdem eine Epoche der Erweiterung des Siedlungsgebietes des Ortes nachweisbar.Nordstraße 12 (Mühlgut, Luftbad, Mühlgraben)
An diesem Standort befand sich einst eine zur Ober-Mühle gehörende Landwirtschaftsfläche, auf welcher 1919 ein Luft- und 1925 sogar ein Schwimmbad errichtet wurde, welches mit Wasser aus dem zur Obermühle führenden Mühlgraben gespeist wurde.Obermühle (Obermühle, Ölmühle -> Gerberei Rohland, HAPA, Drogerie)
Bis zum Abriss 2018 gehörte die „Obermühle“ zu den ältesten und durch Umgebinde im Obergeschoß architektonisch wertvollsten Gebäuden des Ortes, in welchem zusammen mit den Nachbargebäuden eine Leder-, nach 1942 dann Pantoffelfabrik betrieben wurde.
Pauls Fabrik (Fabrik, Teich, Kaufhalle/Grundschule)
An diesem Standort befand sich bis zu ihrem Abriss 2009 die 1853 gegründete Samtkordfabrik und Färberei der Gebrüder Paul. Mit dieser ersten, 1886 auf mechanischen Betrieb umgestellten Textilfabrik begann die Industrialisierung unseres Ortes.Burg (Burg, Renger-Schmied, Heinrich-Schmied)
An dieser Stelle kann die Bedeutung der Dorfauenbebauung im 18. und 19. Jahrhundert besonders deutlich gemacht werden. Die entstehenden Dienstleistungs- und Handelsunternehmen waren von substanzieller Bedeutung für die Entwicklung des Ortes.Eiche (Stockhaus, Feuerwehr)
Das Gebäude Schulstraße 6 wurde ab 1807 als Stockhaus (Gefängnis) genutzt. Unmittelbar angrenzend befand sich auch das Spritzenhaus der 1887 in der „Siegeseiche“ gegründeten Freiwilligen Feuerwehr.Kretscham (Kretscham, Schießstand, Milchviehanlage)
Der hier befindliche Kretscham war seit frühester Zeit Gerichtsort des Dorfes. Hier tagte das Patrimonialgericht, welches zur niederen Gerichtsbarkeit zählte. Zusätzlich besaß der Kretscham die Schankgerechtigkeit, war also auch Gasthof und gleichzeitig ein Bauerngut.Pfarrhaus (Kirche, Friedhöfe, Pfarrhaus)
Dieser Standort markiert das geistliche Zentrum des Ortes. Neben der 1317 ersterwähnten und dem heiligen Jacob geweihten Kirche sind das Pfarrhaus, in seiner heutigen Form aus dem Jahre 1879 stammend, sowie die beiden Friedhöfe kulturhistorisch bedeutsam.Schule (Schule, Pionierhaus, Molkerei -> Kindergarten)
An dieser Stelle kann die mehr als 300jährige, 2005 beendete Schulgeschichte des Ortes dokumentiert werden. Das heute als Dorfgemeinschaftshaus genutzte Gebäude geht in der Grundsubstanz auf den Schulhausneubau von 1849 zurück.Hauptstraße 99 (Sonne -> Broilerstübel, Harz)
Das Haus Hauptstraße 64 diente mehr als 100 Jahre als Gasthaus. Hier fand am 13. April 1946 in Anwesenheit von 80 Parteimitgliedern die Vereinigung der Ortsgruppen von KPD und SPD zur SED statt. Schräg gegenüber beginnt der Weg zur „Alten Försterei“, der im Volksmund „Harz“ genannt wird.Neuberthelsdorfer Straße 5 (Klix'sches Gut, Forsthaus, Neuberthelsdorf)
Das ehemalige Forsthaus der Brüderunität ist der Nachfolgebau des dritten Herrensitzes des Dorfes, dem von Nieder-Berthelsdorf. Benannt nach dem Geschlecht derer von Klix ist hier die von 1581 bis 1727 währende Dreiteilung des Ortes sehr gut nachvollziehbar.Neuberthelsdorfer Straße 1 (Engelmann, Kränke, Ahne, Niedermühle)
Auch an diesem Standort kann mit der sogenannten „Kränke“ ein weiteres Stück Ortserweiterung nachgewiesen werden. Darüber hinaus ist hier mit der später als Sägewerk fungierenden Niedermühle die Bedeutung der Nutzung der Wasserkraft im Ort darzustellen.Radweg bei Heinrich (Mittelmühle und ehemaliger Festplatz)
Die mittlere der drei Wassermahlmühlen, die „Haschkemühle“, benannt nach deren seit 1836 nachweisbaren Besitzerfamilie, war die am längsten als Getreidemahlmühle tätige Mühle des Ortes. Sie war als solche bis 1945 voll in Betrieb.Festplatz (Bahnhof)
Dort wo sich heute der Festplatz des Dorfes befindet, existierte bis 1945 die „Haltestelle Berthelsdorf“ der Schmalspurbahn.

Die Umsetzung des Projektes wird mit Herstellern und Anbietern aus unserer Region realisiert.
Bezüglich möglicher Platzierungen der Infotafeln werden alle Grundstücksabklärungen vor dem Aufstellen der Infotafeln abgeklärt und im privatrechtlichen Bereich schriftlich festgehalten.

